Die 5 häu­figs­ten Feh­ler bei der Druck­da­ten­er­stel­lung

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Ein Mann sitzt am Schreibtisch und hält sich die Hand vor sein Gesicht

Druckdaten sind das Herzstück jedes Druckprojektes. Sie bestimmen, ob dein Design gestochen scharf, korrekt koloriert und sauber umgesetzt wird. Für diesen Blogbeitrag haben wir uns mit unserem Team aus dem Kundencenter zusammengesetzt und die häufigsten Stolpersteine bei der Druckdatenerstellung für dich zusammengefasst. Hier findest du also die 5 häufigsten Fehler bei Druckdaten und die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Thema.

1 | Die Basics zuerst: Druckdaten und druckfertige Dateien

Ein Würfel mit den Icons verschiedener Dateiformate

Unter Druckdaten versteht man alle Dateien, die von der Druckerei direkt verarbeitet werden, um ein Produkt zu produzieren — sprich druckfertige Dateien für die Produktion. Dazu gehören Layouts, Bilder, Texte und spezielle Effekte wie Veredelungen oder Konturschnitte. Die ideale Datei ist dabei das PDF.

Offene Druckdaten sind hingegen Dateien, die noch in Programmen wie InDesign, Illustrator, Scribus und Co. bearbeitbar sind. Sie müssen oft erst in druckfertige Formate konvertiert werden, da viele Druckereien diese offenen Daten nicht direkt in den Druck schicken können. Auch Dateien aus Word, PowerPoint, Excel oder Photoshop führen sehr oft zu Darstellungsfehlern. Schriften verschieben sich, Farben stimmen nicht oder Inhalte fehlen ganz.

Checkliste zu druckfertigen Dateien:

  • Verwende stets druckfertige Daten und exportiere deine Druckdaten idealerweise als PDF oder als Vektorgrafik. Wie du eine Vektorgrafik erstellst, erfährst du in unserem Blogbeitrag "Was sind gute Vektorgrafiken"
  • Vermeide offene Daten wie Word-, PowerPoint- oder Publisher-Dateien
  • Achtung: Hilfslinien aus den Vorlagen dürfen nicht mit exportiert werden, da sie sonst mitgedruckt werden können.
Bist du nicht sicher? Auf der jeweiligen Produktseite findest du Druckdaten-Anforderungen (Infoblätter, Vorlagen, Formate, ... ), die dir weiterhelfen. Apropos Druckdaten-Anforderungen ...

2 | Infoblätter und Vorlagen werden übersehen

Eine Frau sitzt vor einem Bildschirm mit einer Vorlage

Wenn wir schon bei den Anforderungen der Druckdaten sind, kommen wir direkt zu einem der häufigsten Fehler bei der Druckdatenerstellung. Viele Probleme entstehen nicht durch falsches Arbeiten, sondern dadurch, dass Infoblätter oder Vorlagen nicht herangezogen werden, nicht richtig gelesen werden oder nicht mehr aktuell sind.

Gerade bei komplexeren Produkten wie Fahnen, Beachflags, Flügelmappen oder Papiertaschen werden Vorlagen immer wieder von unserem Team angepasst. Deshalb gilt: Vor jeder neuen Bestellung kurz prüfen, ob es eine aktualisierte Vorlage gibt. Das spart im Nachhinein viel Zeit und vermeidet unnötige Korrekturschleifen.

Checkliste Infoblätter & Vorlagen:

  • Immer die aktuellste Version der Vorlagen herunterladen und nutzen
  • Infoblätter vor Erstellung der Druckdaten durchlesen
  • Spezielle Vorgaben beachten (Format, Sicherheitsabstand, Beschnitt)

3 | Kleine, aber wesentliche Fehler bei Druckdaten 

Bild ist richtiger und falscher Auflösung

Vor allem bei Standard-Drucksorten wie Flyern, Foldern oder Plakaten sehen wir immer wieder dieselben Probleme:

  • Sicherheitsabstände werden nicht eingehalten, Texte oder Logos befinden sich zu nah am Rand
  • Überfüller (Beschnitt) fehlen, was zu weissen Blitzerkanten führt
  • Die Schriftgrösse ist zu klein: Je nach Produkt gelten hier unterschiedliche Mindestgrössen
  • Die Auflösung ist zu niedrig

druck.at-Tipp: Wenn du dir nicht sicher bist, ob die Auflösung ideal ist, öffne dein PDF in 100 % Ansicht. Was dort unscharf wirkt, wird auch im Druck unscharf erscheinen.

4 | Veredelungen und deren Vorgaben

Richtige Grössen der Schriften und Striche

Auch wenn es optisch „noch gut aussieht“ oder eine Druckfreigabe erteilt wird, kann es im Hintergrund zu Problemen kommen. Werden die Vorgaben nicht eingehalten, kann der Auftrag technisch nicht produziert werden. Bei Veredelungen gelten besonders strenge Anforderungen. Dazu zählen unter anderem:

  • Mindestschriftgrössen
  • Mindeststrichstärken
  • Definierte Sicherheitsabstände

Besonderheit gibt es beispielsweise bei Farbfolien. Gold-, Silber- oder andere Farbfolien werden mit Hitze aufgebracht. Dabei kann es zu einer Toleranz von bis zu 1 mm kommen. Deshalb sollten Folienelemente nicht direkt an CMYK-Kanten liegen und keine farbigen Konturen haben. 3D-Lack hingegen kann sehr exakt positioniert werden und unterliegt diesen Toleranzen nicht.

5 | Mehrseitige Dokumente richtig anlegen

Eine Person hat sich ein Infoblatt mit mehrseitigen Dokumenten vor sich liegen

Mehrseitige Druckprodukte wie Broschüren, Folder und Co. sind gar nicht so kompliziert, wie sie auf den ersten Blick wirken. Die meisten Fehler entstehen nicht beim Designen, sondern beim falschen Anlegen der Seiten oder der Seitenzahlen (besonders bei mehrseitigen Produkten wie Foldern). Wenn du ein paar einfache Grundregeln beachtest, bist du auf der sicheren Seite. Hier findest du genauere Infos:

Broschüren & Zeitungen:

  • Die Übermittlung erfolgt als ein einziges PDF mit Einzelseiten in korrekter Lesereihenfolge
  • Achtung: Die auf der Website angegebene Seitenzahl enthält den Umschlag nicht (Umschlag = 4 zusätzliche Seiten)

Einfachfalz-Folder:

  • Müssen montiert (aussen und innen) oder als 4 Einzelseiten in richtiger Reihenfolge übermittelt werden
  • Halte unbedingt die Falzmasse laut Infoblatt ein
  • Achtung: Nicht die letzte Seite als erste Seite anlegen

Kuverts:

  • Hier ist ein unbedruckbarer Greiferrand von 10 mm (oben) zu beachten

Loseblattsammlung 4c4:

  • 10 bestellte Seiten entsprechen 5 beidseitig bedruckten Blättern (Achtung: Das sind nicht 10 einzelne Papierblätter)

Wir haben unsere Profis aus der Druckvorstufe nach den ultimativen Tipps für deine Druckdaten gefragt. Diese findest du in unserem Blogbeitrag zu den 5 Tipps unserer Druckvorstufe

Fazit: Ein kurzer Blick ins Infoblatt lohnt sich immer

Die meisten Druckdatenfehler entstehen nicht aus fehlendem Know-how, sondern aus Zeitdruck oder Unachtsamkeit. Dabei reicht oft schon ein kurzer Blick in die Infoblätter, Layoutvorlagen oder Druckdatenanforderungen zum Downloaden und eine letzte Kontrolle der Datei vor dem Upload. So sparst du dir Rückfragen, Verzögerungen und bekommst genau das Druckprodukt, das du dir vorstellst.

druck.at-Tipp: Wir bieten vielerlei Services wie Partner-Grafikstudios, unseren Online-Designer oder auch Informationen zur Druckdatenerstellung an. Wenn du dir nicht zu 100 % bei deinen Druckdaten sicher bist, nimm gerne einen unserer Druckdatencheck in Anspruch.